Das Goldene Buch (Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)

Das Buch, das heute noch als das Goldene Buch bezeichnet wird, beinhaltet die Schriften des Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort. Es handelt „über die wahre Andacht zu Maria“ (der Gottesmutter), die in der Ganzhingabe an sie, ihren besonderen Ausdruck findet.

Er beginnt die „wahre Andacht zu Maria“ mit jenem Satz, der im Grunde „die ganze Heilsordnung der christlichen Religion zusammenfasst“: „Durch Maria ist Christus in die Welt gekommen; durch Maria will er auch in der Welt herrschen“

Der Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort lädt in diesem Buch dazu ein, sich nach einer Vorbereitungszeit von 33 Tagen mit folgendem Weihegebet ganz der Muttergottes zu weihen: Weihegebet zur vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria

 

Papst Johannes Paul II. über das Goldene Buch

Papst Johannes Paul II. hatte in seinem Bischofswappen das "Totus tuus" stehen, das dem "Goldenen Buch" des Hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort entstammt. Die beiden Worte bringen die vollkommene Zugehörigkeit zu Jesus durch Maria zum Ausdruck : „Tuus totus ego sum, et omnia mea tua sunt“, schreibt der hl. Ludwig-Maria. Und er übersetzt : „Mein Jesus, ich bin ganz dein, und alles, was mein ist, ist dein durch Maria, deine heilige Mutter“. Papst Johannes Paul II. schreibt dazu: "Die Lehre dieses Heiligen hat auf die Marienverehrung vieler Gläubigen und auf mein eigenes Leben einen tiefen Einfluss ausgeübt."

 

Das Goldene Buch, Kanisius-Verlag, 24. Auflage 1990, 640 Seiten

Empfehlenswert ist sind die Ausgaben des Kanisiusverlags bis zum Jahre 1990 (24. Auflage). Spätere Ausgaben sind stark verändert und gekürzt. Leider sind diese Ausgaben im Buchhandel kaum noch zu finden. Eventuell sind über das Kath. Schriften-Apostolat (KSA) noch einige Exemplare erhältlich: KSA Kath. Schriften-Apostolat, Dorfstr. 19, 86754 Munningen – Laub, Telefon: 09092 / 910490

 

Statue des Hl. Ludwig im PetersdomDer Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort

Louis-Marie Grignion de Montfort (* 31. Januar 1673 in Montfort-sur-Meu, Frankreich; † 28. April 1716 in Saint Laurent-sur-Sèvre bei Cholet, Frankreich, dt. Ludwig Maria Grignion von Montfort, war ein französischer Volksmissionar, Schriftsteller und Ordensgründer.

Er studierte von 1693 bis 1700 Theologie im Priesterseminar St. Sulpice in Paris, wurde am 5. Juni 1700 zum Priester geweiht und war 1701 – 1703 und 1704 – 1705 Spitalsseelsorger in Poitiers. Dort gründete er am 2. Februar 1703 die Töchter der Weisheit zur Pflege der Kranken oder Montfortschwestern, die sich der Krankenpflege und dem Schulunterricht vor allem für Arme widmeten. 1705 gründete er den Orden der Montfortaner (Grignioniten, Montfort-Missionare; lateinisch: Societas Mariae Montfortana, SMM) zur Förderung der Marienverehrung und für die Mission, die sich erst nach seinem Tod stärker auszubreiten begann. Zu seinen Lebzeiten wurde er von jansenistischen Bischöfen und Priestern angefeindet und wirkte ab 1704 unermüdlich als Prediger bei Volksmissionen im Westen Frankreichs. 1715 gründete er in La Rochelle eine Schule für arme Kinder.

Er wurde 1888 von Papst Leo XIII. selig und am 20. Juli 1947 von Papst Pius XII. heilig gesprochen.

Vor allem seine Abhandlung über die vollkommene Andacht zu Maria hat die katholische Mariologie beeinflusst. Er empfiehlt darin eine ständige Erneuerung des Taufgelübdes durch eine vollkommene Hingabe an Jesus durch Maria. Als Beispiele für seinen Einfluss seien die Legio Mariae und Papst Johannes Paul II. genannt, der den heiligen Louis-Marie Grignion de Montfort sehr verehrte und als Wappenspruch Totus tuus (deutsch: Ganz dein) wählte.

 

Das Wesen der Ganzhingabe

Das Wesen der Ganzhingabe besteht in der völligen Schenkung seiner selbst und allen Besitzes an die seligste Jungfrau, um durch sie ganz Jesus Christus anzugehören. Und zwar erstreckt sich diese Schenkung „auf unseren Leib mit allen seinen Sinnen und Gliedern, auf unsere Seele mit allen ihren Fähigkeiten, auf unsere gegenwärtigen und zukünftigen äußeren Güter, aber auch auf unsere inneren und geistigen Güter, d. h. auf unsere Verdienste, Tugenden und guten Werke und zwar die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, kurz auf alles, was wir in der Ordnung der Natur und in der Ordnung der Gnade besitzen, und auf alles, was wir in Zukunft in der Ordnung der Natur, der Gnade und der Glorie noch besitzen mögen.

 

Geschichte

Ludwig von Montfort hat seine Schriften selbst nicht herausgegeben. Die Manuskripte wurden während der Französischen Revolution unter der Erde verborgen und blieben dann unbeachtet in einer Klosterbibliothek. Schließlich wurde am 22. April 1842 - mehr als hundert Jahre nach dem Tod des Heiligen - das bedeutende Manuskript ,Über die wahre Andacht zu Maria' entdeckt. Ludwig selbst hat dieses Schicksal vorausgesehen und im genannten Manuskript festgehalten (114): ,Wohl sehe ich voraus, dass zornschnaubende Bestien voll Wut daherrasen werden, um mit ihren Teufelszähnen diese kleine Schrift zu zerreißen, ebenso wie den Verfasser, dessen sich der Heilige Geist zur Niederschrift bedient hat. Zumindest werden sie dieses Büchlein im Dunkel und im Schweigen einer Truhe vergraben, damit es nicht ans Licht komme. Ja, sie werden sogar jene, die es lesen und in die Tat umsetzen, angreifen und verfolgen. Aber was liegt darin? Umso besser! Diese Aussicht gibt mir Mut und lässt mich einen gewaltigen Erfolg erhoffen, nämlich eine große Schar beiderlei Geschlechtes tapferer und mutiger Soldaten Jesu und Mariens, die in den gefahrvollen Zeiten, die mehr als je anbrechen werden, die Welt, den Satan und die verderbte Natur bekämpfen werden! Wer es liest, der möge es verstehen, wer es fassen kann, der fasse es!'

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