Die Herz Jesu Verehrung (Hl. Margareta Maria Alacoque)

Jesu versprechen zum Herz-Jesu-Freitag

"Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein."

 

Herz-Jesu-Freitag

Der Herz-Jesu-Freitag ist der erste Freitag eines Monats. In dieser Herz-Jesu-Verehrung steht die Sühne und damit auch die Sündhaftigkeit des Menschen im Mittelpunkt. Es ist ein bevorzugter Tag für die Beichte und für die Krankenkommunion. In der Regel wird an diesem Tag das allerheiligste Altarsakrament ausgesetzt und ein sakramentaler Segen gespendet. Er geht auf die Visionen der hl. Margareta Maria Alacoque zurück.

 

Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien Jesus Christus der heiligen Margareta Maria Alacoque in Paray-le-Monial, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er zeigte ihr sein Herz und sagte:

"Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche Dir, dass mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, dass es auch von andern verehrt werde."

Die Visionen der Margareta Maria Alacoque führten dazu, dass Papst Pius IX. dieses Fest für die ganze Kirche verbindlich am 18.5.1856 auf Bitten der französischen Bischöfe einführte. Es wurde dort schon in fast allen Diözesen gefeiert.

Zur Hundertjahrfeier veröffentlichte Papst Pius XII. 1956 die Enzyklika "Haurietis aquas" ("Ihr werdet Wasser schöpfen..."), an die Papst Benedikt XVI. 2006 in einem Schreiben an den Generaloberen der Jesuiten eigens erinnerte.

Das Herz-Jesu-Fest ergänzt die Verehrung der Eucharistie an Fronleichnam um den Aspekt, zu einer andächtigen und häufigen Kommunion des Leibes Christi, seiner Liebesgabe, hinzuführen. Die für die Weltkirche geltenden römischen Ablassbestimmungen sehen für das Herz-Jesu-Fest alljährlich das gemeinsame öffentliche Sühnegebet zum Heiligsten Herzen Jesu vor ("Liebreicher Jesus, dessen übergroße Liebe zu uns Menschen mit soviel Gleichgültigkeit, Nachlässigkeit, Verachtung und Undank vergolten wird, siehe, wir werfen uns hier vor Deinem Altare nieder, um die frevelhafte Kälte der Menschen und das Unrecht, das sie Deinem liebevollsten Herzen allenthalben zufügen, durch einen besonderen Ehrenerweis wieder gutzumachen ..."), welches mit einem vollkommenen Ablass belohnt wird. Ein weiterer Höhepunkt der Herz-Jesu-Verehrung ist dann gemäß denselben Ablassbestimmungen jeweils der letzte Sonntag im Kirchenjahr, nämlich das Christkönigsfest, an welchem die Kirche das gemeinsame öffentliche und wiederum mit vollkommenem Ablass belohnte Weihegebet vorsieht ("O liebster Jesus, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke gnädig auf uns herab, die wir in Demut vor Deinem Altare knien. Dein sind wir, Dein wollen wir bleiben. Damit wir aber noch inniger mit Dir verbunden werden, so weiht sich heute jeder von uns freudig Deinem heiligsten Herzen. Viele haben Dich leider niemals erkannt, viele haben Deine Gebote verachtet und Dich von sich gestoßen ...")

Der Weltgebetstag zur Heiligung der Priester wird am Hochfest Heiligstes Herz Jesu begangen.

 

Herz-Jesu-Verehrung

Schon die Kirchenväter sahen in der geöffneten Seite des Gekreuzigten (vgl. Joh 19,34 EU) die geöffnete Pforte des Heils, aus der der Kirche alle Ströme der Gnade zufliessen: die Sakramente, besonders das Blut Christi der Eucharistie und das Wasser der Taufe. Ebenso betrachteten sie gern Johannes den Evangelisten, den "Lieblingsjünger", der „am Herzen Jesu ruhte" und dem die Geheimnisse dieses Herzens offenbar wurden. Es ist das Herz des Mystischen Leibes Christi.

Impulse zur Herz-Jesu-Verehrung kamen aus der deutschen Mystik des Spätmittelalters, z.B. von Mechthild von Magdeburg (1207 - 1282), Gertrud von Helfta (1256 - 1302) und Heinrich Seuse (1295 - 1366) und insbesondere von der französischen Nonne Margareta Maria Alacoque.

Der Monat Juni ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Am dritten Freitag (zwischen dem 29. Mai und 2. Juli) nach Pfingsten feiert die Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Der jeweils erste Freitag des Monats ist der Herz-Jesu-Freitag.


Herz-Jesu-Verehrung der hl. Margareta

Am 27. Dezember 1673 kniete die Heilige nach der Kommunion vor dem Tabernakel in inniges Gebet versunken, da erschien ihr das göttliche Herz Jesu auf einem Flammenthrone, nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Wunde der Lanze sichtbar, von einer Dornenkrone umgeben, und auf dem Herzen stand das Kreuz und Jesus sprach:

"Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, dass ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, welche du siehst, und die überreiche aber notwendige Gnade enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit es klar werde, dass alles ganz mein Werk ist. Deshalb gib mir dein Herz!"

Sie tat wie befohlen, und Christus nannte sie von jetzt an "Schülerin des Herzens Jesu". Jesus verlangte, dass das Bild Seines Herzens überall ausgestellt und verehrt werden soll, und dass auf die Orte, wo sein Bild den Ehrenplatz einnehme, die reichsten Segnungen herniederströmen. Diese Erscheinungen erneuerten sich für Margareta am ersten Freitag eines jeden Monats. Am 8. Februar 1674 erschien Jesus auf die gleiche Weise, zeigte ihr sein Herz voller Liebe zu den Menschen, die ihm aber nur mit Undank lohnten, was ihm schmerzlicher sei, als alle Qualen, die Er während seines bitteren Leidens erduldet habe.

"Gehe jeden ersten Freitag des Monats zur heiligen Kommunion." "Tue nichts ohne Gutheißung deiner Oberin, damit der Teufel dich nicht betrüge, denn über Gehorsame vermag er nichts." So befahl ihr Jesus. Schwere in Geduld ertragene Krankheiten und andere Prüfungen heiligten Margareta immer mehr und Gott wirkte immer neue Wunder an ihr.

Am 13. Juni 1675 erschien Jesus Margareta Maria, zeigte ihr sein göttliches Herz und enthüllte ihr: „Siehe dieses Herz, das die Menschen so geliebt hat, dass es bis hin zur Erschöpfung und Verzehrung an nichts sparte, um ihnen seine Liebe zu bezeugen." Die Undankbarkeit und die Vergesslichkeit der Menschen angesichts der göttlichen Barmherzigkeit verwunden das Herz Jesu immer wieder aufs Neue, wie die Dornenkrone bezeugt, die er bei seiner ersten Erscheinung trug. Jesus beklagte sich darüber bei Margareta Maria: „Als Dank (für meine Liebe) bekomme ich von den meisten nur Undankbarkeit, Unehrerbietigkeit, Gotteslästerung, Kälte und Missachtung". Und weiter: „Schau, wie die Sünder mich behandeln... Sie haben nur Kälte und Abweisung für all meinen Eifer, ihnen Gutes zu tun, übrig... Aber schenk du mir wenigstens das Vergnügen, ihre Undankbarkeit auszugleichen... Nimm du an der Bitterkeit meines Herzens Anteil".

Als Antwort auf diese Erwartung des Herrn, kam Margareta Maria den Mysterien seiner Passion immer näher. Jesus bat sie, sich seinem Todeskampf auf dem Ölberg anzuschließen, indem sie jeden Donnerstag von elf Uhr bis Mitternacht eine „heilige Stunde" abhielt, betete und für die Sünder um Vergebung bat. Sie musste erst die Erlaubnis ihrer Oberin einholen, diese „heilige Stunde" abzuhalten. Sie ging zu ihr hin... doch welche Enttäuschung! „Nein und nochmal nein! Was soll diese Erfindung nun wieder bedeuten?" Schwester Margareta Maria gehorchte. Bald danach wurde sie schwer krank: „Bitte unseren Herrn, dich zu heilen", sagte die Oberin. „Wenn er es tut, gebe ich dir die Erlaubnis." Margareta Maria gehorchte und wurde wieder gesund: Da begann die Oberin an die außergewöhnlichen Wege zu glauben, auf denen der Herr diese Seele führte. Doch um ihre Heiligkeit auf die Probe zu stellen, überschüttete sie sie mit Vorwürfen, Befehlen und Gegenbefehlen sowie mit Demütigungen aller Art, die Margareta stillschweigend und bereitwillig über sich ergehen ließ, obwohl sie deren Dornen schmerzhaft spürte. Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien ihr Jesus wieder, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er entblößte sein Herz und sagte: "Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, dass Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluß seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, dass es auch von andern verehrt werde."

Die häufigen göttlichen Botschaften, die Schwester Margareta Maria empfing, stürzten sie mitunter in Verwirrung: Sie fürchtete, zum Spielzeug ihrer Phantasie oder des Teufels zu werden aber Jesus verhieß ihr seine Hilfe und schickte sie zu P. Claudius de la Colombière, ihrem Beichtvater, der ihr in der Ausführung ihres Auftrages behilflich sein sollte. P. Claudius de la Colombière wurde 1674 Rektor der Jesuiten in Paray-le-Monial und zugleich Beichtvater und Seelenführer von Margareta Maria. Dieser beruhigte sie: „Ich versichere Ihnen von Seiten Gottes, dass alles, was Ihnen widerfährt, von Ihm kommt."

Am 21. Juni, am Fest des heiligen Aloysius, desselben Jahres, weihte sie sich ganz ungeteilt dem göttlichen Herzen Jesu. Margareta Maria und P. Claudius de la Colombière führten trotz unzähliger Hindernisse mit der Hilfe Gottes den Befehl aus. Dass sie Erfolg hatten, zeigt der heutige Stand der Herz Jesu-Verehrung. 1676 wurde P. Claudius de la Colombière nach Paris und von dort nach England versetzt, von wo er mit dem Kloster in Paray-le-Monial in stetem Briefwechsel blieb.

Margareta Maria genoß weiter die vertraute Beziehung mit dem göttlichen Heiland. Unter anderem sagte er ihr einst: "Die Hölle kann nicht schrecklicher sein, als der Zustand eines der Gnade Gottes beraubten Herzens." "Ich habe das Weihwasser gern, und liebe so sehr das Kreuz, dass ich die Seelen, die es um meinetwillen tragen, noch inniger mit mir verbinde." weiter sagte Jesus zu Margareta Maria: "Wenn du wüsstest, wie begierig ich bin, mich von den Menschen lieben zu lassen, würdest du dafür an Nichts sparen... Mich dürstet es danach, ich brenne vor Verlangen, geliebt zu werden!" [...] „Ich habe einen brennenden Durst danach, im allerheiligsten Sakrament von den Menschen verehrt und geliebt zu werden, und ich finde fast niemanden, der sich meinem Wunsch entsprechend bemüht."

1678 erhielt Margareta Maria in Péronne Rosalie Greyffié eine neue Oberin. Von diesem Jahre an erschien ihr Jesus stets in Begleitung eines Engels. Im selben Jahre verlangte ihr göttlicher Lehrmeister von ihr ein geistliches Testament, worin sie alle Arbeiten, Leiden und Verdienste ihm übergebe. Mit einem Federmesser schnitt sie den Namen "Jesus" in ihre Brust und schrieb mit dem Blute dieser Wunde auf wörtliche Eingebung ihres göttlichen Lehrmeisters: "Ich mache dich zur Erbin Meines Herzens und aller darin verborgenen Schätze, und dies für Zeit und Ewigkeit. Zugleich gelobe ich dir, dass es dir nie an Hilfe fehlen wird, solange es Meinem Herzen nicht an Macht gebricht. Du bleibst dessen Schülerin und Vielgeliebte." Am 15. Februar 1682 starb P. Claudius de la Colombière in Paray-le-Monial, wohin er nach viel Leiden und Verfolgungen aus England zurückgekehrt war, an der Schwindsucht eines heiligen Todes.

Margareta Maria verlor ihren besten Freund. Sie betete aber nicht für seine Seelenruhe, weil sie von Jesus wußte, dass er am Tage der Beerdigung in den Himmel aufgenommen worden ist. Papst Leo XIII. hat am 8. Januar 1880 die Einführung des Seligsprechungsprozesses genehmigt und Pius XI. hat ihn am 16. Juni 1929 selig gesprochen.

Margareta Maria übernahm am 31. Dezember 1684 das Amt der Novizenmeisterin und der Assistentin . In der Erziehung der Novizinnen hatte sie großen Erfolg . Sie wurde nie müde, in allen Herzen die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu zu begründen und zu fördern. Zur Feier des Festes vom Herzen Jesu lud sie ihre Mitschwestern und die Novizinnen ein. Freilich waren noch viele Vorurteile und andere Schwierigkeiten gegen die Herz Jesu-Andacht zu überwinden. Aber Jesus überwandt die Vorurteile im Kloster mehr und mehr.

1686 wurde es Margareta Maria möglich, die ersten Darstellungen ihres Herz Jesu-Bildes verteilen zu können. Ihre frühere Oberin Mutter Peronne Rosalie sandte sie ihr. Die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu wuchs immer mehr im Kloster des heiligen Franz von Sales in Paray-le-Monial und verbreitete sich von dort auch nach auswärts, besonders durch die früheren persönlichen Bemühungen von P. Claudius de la Colombière und durch seine hinterlassenen Schriften, wie "Retraite spirituelle", die eifrig gelesen und verbreitet wurde. Am meisten trugen die geduldigen Leiden von Margareta Maria dazu bei.

Jesus offenbarte Margareta Maria neue Verheißungen. Am 24. August 1685 schrieb sie solche an Mutter Franziska: "Er (Jesus) versprach mir, dass alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und dass Er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluß ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel wolle er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden."

Am 21. Juni 1686 wurde das Herz Jesu-Fest im Kloster feierlich begangen und bald darauf im Hause die erste private kleine Herz Jesu-Kapelle mit dem Herz Jesu-Bilde errichtet. Besonderen Glanz bekam die Herz Jesu-Andacht, als am 7. September 1688 im Klostergarten die erste größere Herz Jesu-Kapelle mit einem großen Herz Jesu-Bilde feierlich eingeweiht wurde. Sie wurde der Lieblingsaufenthalt von Margareta Maria. Seit 1687 versah Margareta Maria wieder das Amt einer Krankenschwester und einer Assistentin . Die Zahl der besonderen Verheißungen, welche ihr das göttliche Herz Jesu machte, beträgt zwölf. Sie hat sie alle in ihren Briefen aufgezeichnet. Erwähnenswert ist die große Verheißung:

"Ich verspreche dir im Übermaße der Güte Meines Herzens, dass Meine allmächtige Liebe allen, die in neun aufeinanderfolgenden Monaten am ersten Freitag die heilige Kommunion empfangen, die Gnade aufrichtiger Reue in der Todesstunde verleihen wird, so dass sie nicht in Meiner Ungnade sterben, sondern die heiligen Sakramente empfangen, und in der letzten Stunde einen sicheren Zufluchtsort finden in Meinem Herzen."

1690 wollten die Schwestern Margareta Maria zur Ordensoberin wählen. Doch sie bat Jesus, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat darum , noch einmal 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bett legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 um 8 Uhr abends mit 43 Jahren, von denen sie 19 Jahre im Kloster der Heimsuchung verbracht hatte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht von Margareta Maria mit den Worten: "Die Heilige ist tot!" Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte nun in Scharen ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Papst Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig. Papst Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen, und sprach Margareta Maria Alacoque am 13. Mai 1920 heilig.

 

Der Katechismus der Katholischen Kirche zur Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu

Das Herz des menschgewordenen Wortes

478 Jesus hat während seines Lebens, seiner Todesangst am Ölberg und seines Leidens uns alle und jeden einzelnen gekannt und geliebt und sich für jeden von uns hingegeben: Der ,,Sohn Gottes" hat ,,mich geliebt und sich für mich hingegeben" (Gal 2,20). Er hat uns alle mit einem menschlichen Herzen geliebt. Aus diesem Grund wird das heiligste Herz Jesu, das durch unsere Sünden und um unseres Heiles willen durchbohrt wurde [Vgl. Joh 19,34.], ,,als vorzügliches Kennzeichen und Symbol für jene .... Liebe angesehen, mit der der göttliche Erlöser den ewigen Vater und alle Menschen beständig liebt" (Pius XII., Enz. ,,Haurietis aquas": DS 3924) [Vgl. DS 3812.].


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